Trang schreibt – 3.: Die Knochenleitungsmessung

Guten Tag,


meinen letzten Text habe ich über die Luftleitungsmessung geschrieben. Jetzt erkläre ich euch eine andere Messung aus dem Tonaudiogramm, die Knochenleitungsmessung.

Anstatt mit dem Kopfhörer, messen wir diese Hörschwelle mit dem Knochenleitungshörer. Er wird hinter der Ohrmuschel am Mastoid (Knochen /Warzenfortsatz) festgehalten.
Der Schall geht direkt über den Schädelknochen zum Innenohr. Wenn wir die Luftleitung mit der Knochenleitung vergleichen, können wir sehen, ob der Schall richtig weitergeleitet wird und das Mittelohr gut funktioniert.

Falls die Knochenleitung über der Luftleitung liegt (mindesten 15dB), spricht man von einem Schallleitungsanteil ( SL – Anteil). Der Schallleitungsanteil bedeutet, dass der Schall nicht perfekt zum Innenohr geleitet wird. Der Hörakustiker misst den Ton normalerweise bei 500Hz, 1kHz, 2kHz und 4kHz, die 4 Frquenzen liegen im Hauptsprachbereich .

Sobald der Kunde den Ton gehört hat, klopft er oder sagt Bescheid. Bei jeder Frequenz wird das Ergebnis 2 Mal kontrolliert.

Damit ihr eine genauere Vorstellung davon bekommt, warum der Schall nicht immer perfekt zum Innenohr gelangt, beschreibe ich im nächsten Text den Weg des Schalls von der Ohrmuschel bis zum Innenohr.

Danke euch für eure Aufmerksamkeit und wir hören uns!
Trang

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Trang schreibt – 2.: Luftleitungsmessung

Hallo zusammen,

heute beschreibe ich eine Messung aus der Tonaudiometrie; und zwar die Luftleitungs-Messung der Hörschwelle, die mit einem Kopfhörer durchgeführt wird.

Der Hörakustiker spielt dem Patienten unterschiedliche Töne vor. Erstmal kommen hohe, dann kommen tiefe Töne. Tiefe Töne liegen zwischen 125 Hz und 1 kHz, hohe Töne zwischen 1 kHz –und 8kHz bzw. sogar 16 kHz. Das Hörfeld eines normalhörenden Menschen liegt zwischen 20 Hz und 20 kHz. Bei dieser Messung reicht es aber normalerweise aus, wenn wir den Bereich von 125 Hz bis 8 kHz untersuchen.


Jeder Messpunkt jeder Frequenz wird vom Hörakustiker mindestens zwei Mal kontrolliert. Sobald der Kunde den Ton gerade eben hören kann, dann gibt er ein Signal. Der Grad des Hörverlustes hängt von der Luftleitungskurve ab. Negativ bis 20dB ist der normalhörende Bereich. Das heißt, dass der Kunde keine Hörminderung hat. 20dB – 40dB ist eine leichtgradige, 40dB – 60dB eine mittelgradige und 60dB – 80dB eine hochgradige Schwerhörigkeit. Ab 80dB spricht man von an Taubheit grenzend.

Damit die gesetzliche Krankenkasse einen Teil des Hörsystems für den Kunden bezahlt, muss die Messkurve mit mindestens einem Punkt im Frequenz-Bereich 500Hz – 4kHz bei 30dB oder darüber liegen. Das ist alles über die Luftleitungs-Messung, von der ich euch erzählen wollte.


Bis bald!
Trang

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Trang schreibt – 1.: Vorstellung

Hallo zusammen, ich heiße Trang.

Ich komme aus Vietnam und bin 21 Jahre alt. Momentan mache ich eine Ausbildung als Hörakustikerin. Vielleicht haben viele Leute keine genaue Vorstellung, wie der Berufsalltag eine Hörakustikerin aussieht. Man kann sich wahrscheinlich vorstellen, dass Hörakustiker Schwerhörige über Hörgeräte informieren und beraten.

Dank dieser Ausbildung habe ich vielfältige Kenntnisse gelernt. Wenn man als Berater arbeitet, muss man nicht nur akkurat, sondern auch genau kommunizieren. Daher werde ich trainiert, wie man mit den Kunden einfacher kommunizieren kann.

Eigentlich war ich früher ziemlich schüchtern. Aber jetzt bin ich selbstbewusster im Umgang mit den Kunden. Außerdem habe mich meine Kollegen leidenschaftlich unterstützt. Obwohl mein Deutsch nicht so flexibel ist, zeigen meine Kollegen viel Geduld.

Im ersten Jahr der Ausbildung lernte ich unterschiedliche Hörmessungen durchzuführen z.B: Luftleitung ( LL), Knochenleitung (KL), U-Schwelle (US), Sprachmessungen oder spezielle Messungen von unserem Betrieb. Falls Hörgeräte Funktionsstörungen haben, kann ich die Geräte auch kontrollieren. Wir versuchen mit den Kunden immer so schnell wie möglich, ihre Situation zu verbessern. Über Büroarbeiten habe ich viel gelernt. Meiner Meinung nach ist diese Ausbildung zwar schwierig aber interessant. Denn man kommt mit vielen Kunden in Kontakt, arbeitet aber auch in der Werkstatt und im Büro.

Im nächsten Text werde ich euch erklären, wie die unterschiedliche Messung ablaufen.


Eure Trang.

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tinnitus care – Teil einer Spendenaktion

Tinnitus-Spendenaktion

Ich höre was, was du nicht hörst

Immer mehr und immer jüngere Menschen erkranken an Tinnitus. Dabei fällt auf, dass vielen Jugendlichen der Zusammenhang zwischen überlauter Musik und Hörschädigung nicht bewusst ist. Die Stiftung Tinnitus und Hören Charité hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, so früh wie möglich mit geeigneten Präventionsmaßnahmen dieser Entwicklung entgegen zu wirken. Die ISMA AG, Muttergesellschaft der tinnitus care, unterstützt dies mit einer Spende über 10.000€.

Tinnitus und Hörverlust

Tinnitus ist häufig eine Begleiterscheinung von Hörverlust. Dabei geht der heutige Stand der Wissenschaft davon aus, dass das Gehirn bei der Entstehung des Ohrgeräusches versucht, einen i.d.R. zunehmenden Hörverlust zu kompensieren und dabei die Aktivität in der zentralen Hörbahn hochreguliert. Der Hörsinn versucht quasi seine Verstärkungsleistung zu erhöhen, indem die betroffenen Areale „sensibler eingestellt“ werden. Die so entstehende übermäßige Aktivität in der zentralen Hörbahn macht Dinge hörbar, die sonst in Alltagsgeräuschen nicht bewusst wahrgenommen werden (z.B. Herzschlag oder Blutrauschen). Die Folge ist die Entstehung eines Ohrgeräuschs.

Ein chronisch gewordener Tinnitus kann jedoch nicht mehr geheilt werden. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, sich selbst und sein Gehör durch geeignete Maßnahmen zu schützen. Wie dies geschehen kann, erklärt die Stiftung Tinnitus und Hören Charité in Infobroschüren und verschiedenen Projekten. Dabei ist sie davon überzeugt, dass die Wirkung um so höher ist, je früher mit der Aufklärung begonnen wird.

Präventionsprojekt für Kitas in Berlin

Aus diesem Grund hat sie ein Projekt für Kitas und Schulen gestartet, um Erzieher/innen zu ermöglichen, über das Hören und die Gefahr der Hörschädigung sowie deren Auswirkungen zu sprechen und es für die Kinder erlebbar zu machen. Hierfür hat die Stiftung Tinnitus und Hören Charité einen entsprechenden Methodenkoffer entwickelt und ein Pilotprojekt in Berliner Kitas gestartet, das sehr gut angenommen wird. Im zweiten Schritt soll es breit ausgerollt werden. Bereits jetzt gibt es viele Nachfragen von Erziehern, Erzieherinnen und Eltern.

Die ISMA AG unterstützt dieses Projekt mit einer Spende von 10.000€. Als Hörakustik-Spezialist sind die massiven Auswirkungen eines Tinnitus auf die Lebensqualität und die Psyche der Betroffenen bekannt. Diesem soll möglichst frühzeitig vorgebeugt werden, denn auch ein Gehörtraining und entsprechende Hörgeräte können nicht allen Betroffenen gleichermaßen helfen.

Aus diesem Grund klärt terzo bereits seit längerem mit entsprechenden Blogartikeln und Expertenbeiträgen in Zeitschriften über das Hören und Folgen von Hörverlust auf. Die Spende soll diese Bemühungen weiter unterstützen, damit auch in Zukunft möglichst viele Menschen ihr Leben genießen können, ohne Tinnitus, mit mehr Lebensqualität.


Möchten auch Sie die Stiftung “Tinnitus und Hören” der Charité Berlin unterstützen? Gerne informieren wir Sie in unserem tinnitus care in Berlin über Ihre Möglichkeiten. Sie können sich aber auch direkt auf der Webseite der Stiftung an unterschiedlichen Projekten beteiligen.

Tinnitus – Unruhestifter mit unterschätzter Ursache

Millionen Deutsche leiden unter lästigen Ohrgeräuschen, sehen häufig aber nur oberflächliche Gründe als Ursache.

Tinnitus gilt als Nummer Eins der Hörbeschwerden, die richtige Behandlungsmethode führt unter Experten jedoch regelmäßig zu Diskussionen. Etwa 4 Millionen Deutsche sind von einem Tinnitus betroffen, 1,5 Millionen leiden an dauerhaften oder immer wiederkehrenden Ohrgeräuschen*. Egal, ob es pfeift, rauscht oder summt: Tinnitus zehrt an den Nerven. Die Belastung durch das ständige Ohrgeräusch kann zu Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen, Nackenverspannungen bis hin zu Depressionen und Arbeitsunfähigkeit führen. Eine spezielle Hörtherapie setzt auf die Verbindung von Gehörtem und kognitiver Leistung – bringt also Gehör und Gehirn in Einklang und kann in Kombination mit Hörgeräten die Tinnitus-Belastung oft schon nach kurzer Zeit deutlich reduzieren.

Ein Tinnitus oder auch Ohrgeräusch kann sich vielseitig äußern: Ob als summen, rauschen, pfeifen oder tröten.

So unterschiedlich ausgeprägt die Ohrgeräusche bei jedem Einzelnen sind, sind es auch die möglichen Ursachen. Häufig unterschätzen Betroffene vor allem aber eine unbemerkte Hörminderung als mögliche Ursache der Ohrgeräusche. „Viele Menschen bringen zunächst Stressquellen aus dem Alltag mit Tinnitus in Verbindung, da in solchen Situationen ein Ohrgeräusch häufig zum ersten Mal wahrgenommen wird. Eine abnehmende Hörleistung als Ursache ziehen dahingegen die wenigsten in Erwägung,“ weiß Dr. rer. nat. Juliane Dettling-Papargyris, Leiterin des terzo-Instituts für angewandte Gehörforschung. „Ohrgeräusche sind aber nie die Krankheit selbst, sondern nur das Symptom.“

Was hinter dem Ohrgeräusch steckt

Tinnitus ist das Zeichen einer Veränderung im hörverarbeitenden System. Eine der Hauptursachen, die zu solch einer Veränderung führen kann, ist eine Hörminderung. Eine besondere Rolle nehmen dabei die Hörfilter im Gehirn ein. Üblicherweise schützen Sie vor akustischer Überlastung und unterscheiden wichtige von unwichtigen Geräuschen. Sind diese in Folge einer Hörminderung geschwächt, kann das Ohrgeräusch dominant in den Fokus der Wahrnehmung rücken und störend werden. Bei einem gesunden Gehör kann das nicht passieren, hier halten die Hörfilter Ohrgeräusche im Hintergrund und werden so nicht wahrgenommen. „Vielen Menschen ist dieser Zusammenhang zwischen einem Ohrgeräusch und einer Hörminderung nicht bekannt,“ fasst es Dettling-Papargyris zusammen.

Die Vernachlässigung der Hörminderung

Betroffene vernachlässigen ein schlechtes Gehör als mögliche Ursache, das belegt auch eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des terzo-Instituts. Die häufigste Ursache im allgemeinen Verständnis ist demnach „Stress im Alltag“. 57,5 Prozent der Befragten geben dies als Ursache Nummer Eins für das lästige Ohrgeräusch an. „Dabei haben über 80 Prozent aller Tinnitus-Patienten gleichzeitig einen Hörverlust,“ sagt Dettling-Papargyris.

„Hörgeräte in Kombination mit einem Hörtraining können für viele Betroffene eine mögliche Lösung zur Linderung ihrer Beschwerden sein.“ Hörgeräte gleichen die Hörminderung aus, mit einem Hörtraining kann aber auf die Hörverarbeitung im Gehirn, dem Entstehungsort des Tinnitus, eingewirkt werden. Hörgeräte-Träger kennen genau diesen Mehrwert und sind bei den Tinnitus-Ursachen reflektierter. Demnach glauben 34,4 Prozent der befragten Hörgerätebesitzer, dass Hörgeräte bei der Behandlung des Ohrgeräusches helfen können. Bei Nicht-Hörgeräteträger sind es dagegen nur 19,1 Prozent. „Menschen mit Hörhilfen haben ein größeres Verständnis für die Verbindung zwischen Hörfähigkeit und Tinnitus als Nicht-Träger“, fasst Dettling-Papagyris zusammen.

Hörgeräte und Hörtraining – mögliche Linderung bei Ohrgeräuschen

Das im tinnitus care angebotene terzo-Gehörtraining ist eine Kombination aus Hörgeräten udn Gehörtherapie- für weniger Tinnitus-Belastung

Liegt tatsächlich eine Hörminderung vor, kann eine gezielte Gehörtherapie in Kombination mit Hörgeräten helfen, die Hörfilter zu trainieren und zu reaktivieren. Ein reaktivierter Hörfilter ist dann auch wieder in der Lage ein störendes Ohrgeräusch zu unterdrücken und im Hintergrund der Wahrnehmung zu halten. Auch Geräusche können dann wieder besser eingeordnet werden, was zu einer Entlastung des Gehörs beiträgt. Bei der Umsetzung einer solchen Therapie helfen geschulte Hörakustiker, beispielsweise in den lizenzierten terzo-Zentren oder tinnitus care den Betroffenen, das Thema Tinnitus aktiv anzugehen und mithilfe einer Kombination aus Hörtraining und Hörgeräten die Belastung im besten Fall zu lindern. Um dem Tinnitus vorzubeugen, empfehlen die terzo-Experten außerdem:

  • Ohrgeräusche abzuklären: Um chronischen Tinnitus vorzubeugen, sollten Ohrgeräusche jeglicher Art in jeden Fall von einem Arzt untersucht und gegebenenfalls direkt behandelt werden.
  • Lärm aus dem Weg zu gehen: Lärm stresst unser Gehör und führt deshalb oft zu Ohrgeräuschen. Daher ist es wichtig, sich bewusst vor Lärmquellen zu schützen. Beispielsweise durch Ohrstöpsel bei Musikveranstaltungen oder durch Gehörschutz bei handwerklichen Arbeiten zuhause.
  • Einen erfahrenen Partner an der Seite zu haben: Ebenso wie bei einer Hörminderung treten auch bei einem Tinnitus Defizite der Hörfilterung auf. In einem kostenfreien Beratungsgespräch inklusive ausführlicher Gehöranalyse und Hörfiltermessung kann ein terzo-zertifizierter Hörakustiker oder die Tinnitus-Experten von tinnitus care den aktuellen Hörstatus ermitteln und Betroffene auf dem weiteren Weg begleiten.

*Deutsche Tinnitus-Liga e. V.: https://www.tinnitus-liga.de/pages/tinnitus-sonstige-hoerbeeintraechtigungen/tinnitus.php

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