Hörminderung und Tinnitus

Eines ist sicher, Tinnitus ist keine eigenständige Krankheit, sondern ein Begleitsymptom von unterschiedlichsten Grunderkrankungen! Im Großteil der Fälle sind die dabei auftretenden Ohrgeräusche auf eine gestörte Hörwahrnehmung, also einer Hörminderung, zurückzuführen.

Der heutige Stand der Wissenschaft geht davon aus, dass das Gehirn bei der Entstehung des Ohrgeräusches versucht, einen reduzierten akustischen Input, wie er durch eine Hörminderung entsteht, zu kompensieren und dabei die Aktivität in der zentralen Hörbahn hochreguliert. Der Hörsinn versucht quasi seine Verstärkungsleistung zu erhöhen, indem die betroffenen Areale „sensibler eingestellt“ werden. Dieses „Mehr“ an Nervenzell-Aktivität kann dann dazu führen, dass ein Tinnitus oder Ohrgeräusch wahrgenommen wird.

Was viele nicht wissen: Bei 90% aller Tinnitus-Betroffenen liegt ein abnormales Audiogramm vor. Heißt also ein Hörverlust.

(Quelle: William Sedley / Neuroscience 407 (2019) 213–228)

Was also tun bei Tinnitus?